Wenn Sie immer noch keine Rolex haben und bereits 50 Jahre auf dem Buckel, holen Sie das auf der Website noch nach, indem Sie eine Firmen-Visitenkarten-Website „bling bling“ umsetzen. Diese Entscheidung wird ganz bestimmt, mit wenig Aufwand, die Bewunderung Ihrer Lieben und die Anerkennung Ihrer Kollegen auf sich ziehen.
Hier sind ein paar einfache Tipps, um Ihren Wettbewerbern mächtig die Show zu stehlen und… am Ende ein Gewinner im Web zu sein.
1. Füllen Sie Ihre Website mit unnützen Animationen
Die Flash-Animation einer bling bling Website ist ein bisschen wie der Rotton einer Béchamel: Ohne diese Grundzutat nimmt die Sauce nicht. Ein Logo, das blinkt, ein Pfeil „hier klicken“, der von links nach rechts wandert, oder auch eine wahre Flut an Slogans, die an Ihnen vorbeiziehen – all das sind Gelegenheiten, den Besucher daran zu erinnern, dass Sie viel Geld in Ihre Website gesteckt haben.
Sie maximieren außerdem Ihre Kapitalrendite, indem Sie alle Funktionen der teuren Software nutzen, für die Ihr Dienstleister Sie indirekt zahlen lässt.
2. Setzen Sie nicht zu viele Texte ein
Heutzutage liest sowieso niemand mehr. Vermeiden Sie, Ihren Lesern Kopfschmerzen zu bereiten, indem Sie Texte mit mehr als zwei Sätzen verfassen. Außerdem ist es überflüssig, Themen, Verben und Ergänzungen zu verwenden. Schließlich braucht Ihr Know-how kaum mehr als 10 Worte, um perfekt zusammengefasst zu werden – es genügt, wenn man es auf den Punkt bringt.
Setzen Sie stattdessen Hunderte von Wörtern in den Meta-Keywords-Tag der Website – angeblich soll das gut für die Suchmaschinenoptimierung sein.
3. Wählen Sie eine mutige Gestaltung
Nutzen Sie Farben, die sich (für immer?) bei Ihren Lesern einprägen, zum Beispiel eine rote Schrift auf einem Apfelgrün-Hintergrund. Verbanne Schwarz und Weiß von Ihrer Website – das ist viel zu banal und zu gut lesbar.
Ändern Sie die Gestaltung auf jeder Seite, um den Besucher zu überraschen! Die Zeit, die er damit verbringt, sich zu orientieren, ist genau die Zeit, die er auf Ihrer Website verbringt.
4. Bringen Sie Musik hinein
Verordnen Sie den Internetnutzern eine markante und dynamische Hintergrundmusik – ganz in Ihrem Stil. So treffen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie beeindrucken mit technischem Können und musikalischem Geschmack und lenken gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Bürokollegen der Besucher auf sich.
5. Prahlen Sie, statt zu verkaufen
Sie sind ein Kleinunternehmen mit 4 aktiven Mitarbeitern, das lokal präsent ist? Dann haben Sie keine Angst, zu behaupten, dass Sie der weltweite Marktführer in Ihrem Bereich sind. Erstens: Man ist immer irgendeine(r) Marktführer(in). Und zweitens enthält Ihre Website keine rechtlichen Hinweise, sodass niemand es überprüfen kann.
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| Beispiel für eine erfolgreiche Website-Banner: Sie kombiniert Animation, Klischee und Angeberei (die Animation haben wir Ihnen erspart) |
6. Verwenden Sie Klischees
Um Ihre zukünftigen Kunden zu beruhigen, zögern Sie nicht, das Foto einer Händeschüttelnden zwischen zwei Krawatten tragenden Männern zu zeigen. So werden Ihre Kunden – selbst wenn sie Klempner sind – sofort begreifen, dass es mit Ihnen ernst gemeint ist.
Haben Sie Angst, sich mit Ihrer Originalität zu schockieren? Denken Sie an den jungen, dynamischen Manager, der den Daumen hochhält (auch er ist ein Gewinner).
7. Lassen Sie dem Nutzer keinen Moment Ruhe
Wenn Ihnen die Animationen oder stereotypen Fotos ausgehen, versuchen Sie, ein Popup-Fenster zu öffnen, das den Nutzer dazu einlädt, eine junge russische Frau mit üppigen Formen zu kontaktieren. Ein rentabler Trick: Nach 25 Jahren ist Ihre Website dank der dadurch generierten Werbeeinnahmen vollständig zurückbezahlt!
8. Wissen Sie, sich die besten Dienstleister an die Seite zu holen
Stützen Sie Ihre Auswahl auf objektive Kriterien: Wie gut beherrschen sie Flash? Wie viele andere bling bling Websites haben sie bereits umgesetzt? Tragen sie eine Rolex?
Erkennen Sie die Faulen: Unter dem Vorwand von Effizienz und Benutzerfreundlichkeit werden sie sich sofort dagegenstellen, auf jeder Seite Animationen zu machen, um sich Arbeit zu ersparen (zum Glück ist diese Art von Verhalten äußerst selten).
Und schließlich, um die Relevanz Ihrer Website zu prüfen, zögern Sie nicht, das Urteil Ihrer 9-jährigen Tochter einzuholen. Die Wahrheit kommt oft aus dem Mund von Kindern. Außerdem beherrschen Kinder heutzutage wirklich das Internet.

