Im Jahr 2006, als Jean-Marc und ich unsere Ideen für das „Web 2.0“ im Unternehmen, für branchenspezifische Plattformen und für kollaborative Websites auf den Weg gebracht haben, um die Aktivitäten von KMU zu beleben, hatten wir in erster Linie die Institutionen ins Visier genommen, deren Aufgabe es ganz genau war, die wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln: Industrie- und Handelskammern (IHK), eine Einrichtung zur Unterstützung der Forschung, Cluster, Berufsverbände. Ein wenig naiv und utopisch waren wir damals sogar bereit, in Zusammenarbeit mit ihnen an der Umsetzung unseres Konzepts zu arbeiten – ohne dass sie auch nur einen Cent ausgeben müssten.
Obwohl wir stets höflich empfangen wurden, ist aus diesen Gesprächen nie etwas Konkretes hervorgegangen. Die „innovativen“ Konzepte, die wir präsentierten, wurden in dieser Industrie-Welt nicht als Schlüssel betrachtet. Doch Wissensaustausch, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, das einheitliche Marketing, die kollaborative Arbeit und die Zusammenschlüsse von KMU, um größere Märkte anzugehen, sind keine Spielereien: Es ist eine Haltung und eine Arbeitsweise, die – wenn sie (richtig) eingesetzt werden – Innovation und Wohlstand hervorbringen.
Noch heute zu glauben, dass die Zukunft der KMU ausschließlich über den Schutz und die Weiterentwicklung ihres Wissens in einem geschlossenen Kreis führt, ist ein bisschen so, als zu glauben, dass ein Informatiker, allein in seiner Garage, das Betriebssystem entwerfen kann, das Windows morgen verdrängen wird: das ist die Utopie. Dagegen bringen Hunderte von Programmierern in ihrem Keller die IT-Giganten mit Software aus der Open-Source-Welt zum Zittern.
Aber da sind wir nun: 2009, und die Welt hat sich bereits verändert. Die Krise ist dazwischengekommen und bringt heilsame Neubewertungen mit sich. Der Beweis? Seit einigen Wochen fangen unsere Telefone wieder an zu klingeln. Am anderen Ende der Leitung stehen öffentliche Einrichtungen, die sich wünschen, dass wir unseren Erfahrungsbericht zu den branchenspezifischen Plattformen vorstellen. Das machen wir gern.