Das neue Jahr ist oft der Anlass für eine Bestandsaufnahme. Für 2011 haben wir beschlossen, einen Überblick über die Webentwicklung zu erstellen, indem wir den Fokus auf die Akteure dieses Marktes legen.
Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Bereichen kann die Webentwicklung von Fachleuten angegangen werden, die sehr unterschiedliche Ausbildungen und Schwerpunkte haben. Zu welcher Schule gehört Ihr Web-Partner? Ist das die beste Wahl im Hinblick auf Ihren Bedarf?
Die Schule „Grafiker“
Häufig stammen Webdesigner aus einer Ausbildung im Bereich „Schöne Künste“, und viele kommen aus der Welt der Kommunikation (Broschüre, Schaufensterbeschriftung…). Die Jüngeren haben oft spezialisierte Ausbildungen im Webdesign.
Um eine Website zu entwickeln, nutzen sie Tools wie Flash, Illustrator oder Photoshop.
Ihre Stärken:
Sie erstellen (in der Regel) schöne und originelle Websites. So verleihen sie der Website und der Marke eine Identität.
Ihre Schwächen:
Sie neigen dazu, das Bild in den Vordergrund zu stellen, auf Kosten von natürlichem Suchmaschinenranking und der Benutzererfahrung.
Sie vergeben technische Teile an Drittfirmen und können daher keine beratende Kraft für Websites sein, die mehr als nur eine einfache Visitenkarte bieten möchten (Extranet, Datenbank, Administration, Workflow, Funktionen von Web 2.0 usw.)
Die technische Schule
„Reine“ Entwickler beherrschen ganz bestimmte Sprachen und Technologien. Sie stammen aus technischen Fachrichtungen der Informatik.
Ihre Stärken:
Dank ihrer technischen Beherrschung können sie sämtliche funktionalen Anforderungen abdecken (Datenbanken, Extranet usw.)
Ihre Schwächen:
Sie sind nicht in der Lage, Design zu machen, was sie oft zu Auftragnehmern von Integratoren oder Grafikern macht. Sie versuchen immer, die(n) Technologie(n) zu verwenden, die sie beherrschen, ohne den Bedarf des Kunden zu berücksichtigen. Ihnen fehlen Kompetenzen in Ergonomie und Kommunikation.
Die Opportunisten
Opportunisten verwenden CMS aus dem Open-Source-Bereich, um Websites „schnell mal eben“ anzubieten. Mit Tools wie Joomla, Drupal oder Plone (die hervorragende CMS sind) können sie Websites anbieten, die auf den ersten Blick attraktiv wirken – zu Preisen, die jede Konkurrenz herausfordern.
Ihre Stärken:
Sie wissen, wie man einfache Websites mit wenig Aufwand und sehr schnell online stellt.
Ihre Schwächen:
Sie erstellen Websites, die alle einander gleichen – auf Basis standardisierter Vorlagen aus dem Markt. Sie arbeiten nicht an den Inhalten, wodurch Websites schlecht gerankt sind und nicht konvertieren. Sie sind nicht in der Lage, Lösungen anzubieten, die über die Standardfunktionen hinausgehen, die das CMS bietet, das sie nutzen (ein beherrschtes CMS ermöglicht alles, erfordert aber tiefgehende Kompetenzen).
Die Integratoren
Integratoren ziehen Fachleute aus jedem Bereich hinzu, um eine Website aufzubauen: das Design wird von einem Grafiker erstellt, die Inhalte von einem Texter, die Technik von einem Informatiker…
Ihre Stärken:
Sie produzieren Websites von hoher Qualität auf allen Ebenen. Sie können sämtliche Bedürfnisse von Unternehmen sowohl kurz- als auch langfristig abdecken. Ihre breite Perspektive ermöglicht es ihnen, im Rahmen einer effektiven Webstrategie eine beratende und vorschlagende Kraft zu sein.
Ihre Schwächen
Sie sind teurer und bieten recht lange Umsetzungsfristen.
Sie müssen also auswählen!