Inside Google: eine Geisteshaltung
Bei einer kürzlichen Reise nach Boston hatte ich Gelegenheit, den Beitrag „inside Google“ zu sehen. Eric Schmidt (ehemaliger CEO) erklärt dort, dass er bei seinem Eintritt in das Unternehmen in einer Sitzung eine neue Idee vorgeschlagen hatte. Daraufhin rief ein Teilnehmer: „That’s evil“, in Anspielung auf das berühmte „Don’t be evil“. Die Idee wurde verworfen.
Ich selbst habe auf meinem bescheidenen, kleinen Niveau eine ziemlich ähnliche Anekdote erlebt:
Eine ungerechte Situation
Ein Kunde wollte zwei Produkte in Google Shopping anbieten, einem kostenlosen Dienst des amerikanischen Giganten. Nach 30 Tagen war der von mir eingereichte Feed noch immer nicht validiert, obwohl er technisch korrekt war. Nach dem Absenden einer Reklamation antwortet Google mir, über „Nicolas“, dass mein Feed zu klein sei und dass dort alle Produkte des Unternehmens eingetragen werden müssten.
Als Antwort erkläre ich, dass mein Kunde eine nahezu ein-Produkt-PME ist und dass alle großen Händler ihr genau dasselbe Produkt in Google Shopping über ihre Shops anbieten (sie haben riesige Multi-Brand-Feeds), was mir ziemlich ungerecht erscheint.
Ohne allzu viel zu glauben, erkläre ich, dass es schade ist, eine produzierende PME in der Startphase gegenüber den übermächtigen Intermediären zu benachteiligen—zum Nachteil des Verbrauchers, der direkt mit dem Hersteller zu tun haben könnte. Ich versehe meine Nachricht sogar noch mit einem „Don’t be Evil“.
Eine vorbildliche Reaktion
2 Stunden später erhalte ich eine E-Mail, in der mir bestätigt wird, dass der Feed bald manuell validiert wird—was dann auch innerhalb von 24 Stunden geschah.
Wie auch immer: Google ist wirklich ein ganz besonderes Unternehmen, und da sind tatsächlich Leute drin…
